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Aufgrund des zunehmenden Ärztemangels in Deutschland – insbesondere im ländlichen Raum – beteiligt sich MigraNet – das IQ Landesnetzwerk Bayern am gemeinsamen Pilotprojekt zur Vermittlung mexikanischer Ärztinnen und Ärzte nach Deutschland. Neben der Vermittlung der Teilnehmenden hin zu einem potenziellen Arbeitgeber steht im Modellprojekt auch die Zusammenarbeit der beteiligten Partner im Mittelpunkt. Ziel ist es, hier einen Good Practice Ansatz zu generieren, der bundesweit als eine Blaupause für ähnliche Vorhaben verwendet werden kann.

Das Pilotprojekt Vermittlung mexikanischer Ärztinnen und Ärzte nach Deutschland ist ein gemeinsames Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), dem Auswärtigem Amt, der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit und von Landesnetzwerken im Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung (IQ)“. Neben Bayern beteiligen sich auch die Netzwerke in Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern am Pilotprojekt mit dem Ziel, insgesamt 30 mexikanische Ärztinnen und Ärzte gezielt für den deutschen Arbeitsmarkt anzuwerben. In München wurden am 3. August die teilnehmenden Mexikanerinnen und Mexikaner offiziell von den Projektpartnern begrüßt.

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Stephan Schiele, Koordinator von MigraNet - IQ Landesnetzwerk Bayern begrüßt die Teilnehmenden an der LMU München

Maja Rentrop-Klewitz vom Bundesministerium für Bildung und Forschung betonte, dass Deutschland in der Rangliste der beliebtesten Zuwanderungsländer weltweit auf Platz zwei, hinter den USA liegt. Der OECD Migrationsausblick aus dem Jahr 2018 bestätigt diese Einschätzung. Ein Fachkräftemangel besteht neben dem Gesundheitssektor (hier vor allem bei Altenpflegern, Gesundheits- und Krankenpflegern und Humanmedizinern) auch in den MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) und in vielen Bereichen des Handwerks. Mit dem Anerkennungsgesetz seien die Möglichkeiten zur Fachkräftezuwanderung geschaffen worden, wenngleich es durchaus noch Handlungsbedarf gibt, insbesondere im Hinblick auf die Effizienz und Einheitlichkeit der Verfahren für Personen aus Drittstaaten. Auch die rechtlichen Rahmenbedingungen für nicht-akademische Fachkräfte müssten nach Einschätzung von Rentrop-Klewitz attraktiver werden.

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Maja Rentrop-Klewitz, Bundesministerium für Bildung und Forschung

Warum Mexiko?

Für das Pilotprojekt fiel die Auswahl des Partnerlands bewusst auf Mexiko. Andrea Degenkolbe vom Internationalen Personalservice der ZAV begründet dies damit, dass es dort derzeit einen Überschuss an gut ausgebildeten Ärztinnen und Ärzten gibt und die Chancen auf eine Anerkennung des mexikanischen Abschlusses in Deutschland sehr hoch sind. Seitens der ZAV besteht seit längerem eine sehr gute Zusammenarbeit mit der mexikanischen Arbeitsverwaltung, der Deutschen Botschaft, dem Goethe Institut und dem DAAD. Außerdem gibt es in Mexiko eine relativ hohe Anzahl an Ärzten die bereits über Kenntnisse der Deutschen Sprache verfügen und sich daher für die Teilnahme am Pilotprojekt sehr gut eignen, denn: Sprachkenntnisse auf B2 Niveau werden von den Teilnehmenden erwartet. Degenkolbe betont, dass insbesondere die Zusammenarbeit in Bayern mit MigraNet – dem bayerischen Landesnetzwerk im IQ Förderprogramm dazu beigetragen hat, dass die in Mexiko angeworbene Gruppe jetzt hier ist.

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Ein Teilnehmer aus Mexiko schildert seine Motivation, sich am Projekt zu beteiligen

IQ Unterstützung vor Ort

Daniela Hümmer, MigraNet Anerkennungsberaterin bei Tür an Tür – Integrationsprojekte gGmbH in Augsburg, begleitete die Teilnehmenden im Prozess des Anerkennungsverfahrens. Ziel ist es, eine Approbation zu erlangen um dann in Deutschland eine Stelle anzunehmen. Hümmer begleitet die Teilnehmenden bereits seit Ende vergangenen Jahres und informiert diese über die nächsten Schritte in der Qualifizierungsphase. Den Fachsprachkurs konnten die Mexikaner bereits erfolgreich abschließen und mit dem MigraNet Teilprojekt „MED-International“ an der Ludwig Maximilians Universität München startet nun der 15-wöchige Vorbereitungskurs auf die Kenntnisprüfung. Dieser wurde nicht extra für die Gruppe der Mexikaner installiert, sondern ist ein bestehendes Angebot von MigraNet und wird im Rahmen der "ESF-Qualifizierung im Kontext des Anerkennungsgesetzes" seit 2015 durchgeführt.

Nach erfolgreicher Kenntnisprüfung erhalten die Teilnehmenden ihre Approbation und stehen dem hiesigen Arbeitsmarkt als Ärztin bzw. Arzt zur Verfügung. Parallel dazu finden bereits die ersten Vorstellungsgespräche statt. Für kommendes Jahr wird ein weiterer Durchgang geplant.

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Die erfolgreiche Kooperation präsentierten Dr. med. dent. Martina Braun (MED-International LMU), Daniela Hümmer (Anerkennungsberaterin, Tür an Tür - Integrationsprojekte gGmbH) und Sofia Tornikidou (ZAV)